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Die Geburt

ImageIch hätte nie gedacht, dass die Schwangerschaft im Großen und Ganzen so unproblematisch verläuft. Fast traumhaft - erst so ab der 33. Schwangerschaftswoche fing es an, dass ich Probleme bekam den Zucker richtig im Griff zu haben (immer wieder zu hoch oder zu niedrig), ich bekam Bluthochdruck und Wasser lagerte sich ein ... Es ging eine zeitlang dann gut mit Blutdrucktabletten - aber dann kam das eine Wochenende, als mein Blutdruck nicht mehr runter wollte und da hieß es dann, dass sofort eingeleitet werden muss.
Ich war dann vom Sonntagabend an im Krankenhaus in Tübingen und bekam erstmal Tabletten zum Einleiten - hatte dann auch Wehen, aber noch nicht so ganz richtig. Dienstagfrüh gab's dann einen Wehentropf und es ging richtig los... Abends ab ca. 20h war ich dann allerdings so erschöpft, dass ich mir eine PDA setzen ließ. Durch einen Wehentropf sind die Wehen recht unnatürlich verstärkt und ich durfte mich kaum bewegen sondern sollte liegen bleiben wegen dem CTG - die Herztöne vom Kleinen mussten ständig überwacht werden. Und im Liegen war es einfach am Schlimmsten - also PDA ;o) ab da ging es wieder besser - es ging nur leider immer noch viel zu langsam voran. Dem Kleinen machten die Wehen zu schaffen und seine Herztöne rauschten immer wieder in den Keller - deswegen wurde eine kurze Wehenpause in der Nacht gemacht - leider hatten wir dann daraufhin einen Geburtsstillstand - d.h. dass sich weder bei mir noch bei dem Kleinen trotz heftiger Wehen nichts getan hat. ImageEr ist eher noch ein Stückchen zurück gerutscht gewesen. Also wurde überlegt, ob ein Kaiserschnitt gemacht wird - ich hab dann gesagt, dass sie machen sollen. Denn mir war echt nicht mehr wohl wegen den Herztönen vom Kleinen - und wenn es einen Geburtsstillstand gibt, dann gibt es meistens auch einen Grund dafür, warum die Kleinen nicht mehr weiter kommen... Also ging es ab in den OP - da ich ja schon eine PDA sitzen hatte, wurde sie nur so weit verstärkt, dass ich halt ab unterhalb der Brust nichts mehr fühlte. Stephan sorgte bei der OP-Besatzung für ein paar fröhliche Lichtblicke am frühen Mittwochmorgen zu Schichtbeginn, weil es eine Weile gebraucht hatte, bis man für ihn passende Klamotten hatte. Es endete dann in zwei OP-Mänteln (einen vorne rum wie eine Zwangsjacke und eine normal) und zwei Schuhüberzieher (es gab keine Größe 48...grins)... Letzendlich hat unser Maxi um 5.45h dann die Welt erobert und es wurde bestätigt, dass wir richtig entschieden hatten: sein Köpfchen war verkantet im Becken und er hatte eine Hand vor die Stirn/ Auge geschoben - das hätte deftig Probleme bereitet bei einer normalen Geburt. Dem Kleinen ging es so weit ganz gut und ich durfte ihn kurz sehen - dann musste er leider gleich auf die Intensivstation weil sein Zucker in den Keller rauschte und er sofort an Infusionen etc. angeschloßen werden musste. Er war ca. 52cm groß (die hatten 55cm gemessen aber das stimmte ned) und 3630Gramm "schwer". Ich konnte den Kleinen dann erst wieder abends sehen und konnte ihn dann auch endlich mal anlegen. Ich würde mir das inzwischen nicht mehr bieten lassen und würde eine andere Geburt besser vorplanen. Die haben dort gleich zugefüttert, damit er den Zuckerwert halten kann und zu Kräften kommt... ich konnte ihn dann auch immer nur ein wenig anlegen weil er sonst keine Kraft mehr fürs Fläschchen hatte... Inzwischen würde ich eher dazu neigen zu sagen, sie sollen das über die Infusion mitlenken - denn eine Zuckerlösung hat er trotz Fläschchen bekommen - nur ich hab immer noch das Problem, dass ich nicht voll stillen kann weil zu wenig kommt - er braucht immer noch hinterher ein Fläschchen.  Nu ja. Image

Den Zucker hatte der kleine Kerl schnell im Griff - leider hatte er dann Probleme mit der Gelbsucht weil sie höher anstieg wie bei anderen Neugeborenen. Er brauchte so eine spezielle Lichttherapie und es dauerte dann nochmals ein paar Tage - aber Dienstags durften wir dann endlich mit ihm heim :o) Da ich selbst auf einer anderen Station lag und Sonntags "schon" entlassen wurde - hatte ich dort in der klinik ein Elternzimmer genommen - da war ich wenigstens auf dem Gelände.

Die Erfahrungen in Tübingen waren teilweise recht prägend und lehrreich ;o) ich würde im Nachhinein einiges anders organisieren und mich selbstsicherer wehren - aber es ist kaum zu glauben, wie verunsichert man doch erstmal ist bei so nem kleinen Derbelchen ;o)

Kaum zu glauben, dass das gestern nun schon 5 Wochen her war... inzwischen hat der Kleine bissel über 5kg und ist einiges länger geworden. Die Hebamme ist zufrieden und er ist gut proportioniert :o)

 
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